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Fotografische Projekte und Installationen

The Face of Tomorrow - Das Gesicht der Globalisierung

27. Januar 2005

Mike Mike, ein Fotograf aus Südafrika, der zur Zeit in Istanbul arbeitet, hat alle politischen und ökonomischen Aspekte der Globalisierung aussen vor gelassen und sich mit einem anderen Punkt beschäftigt. Wie bei einem Fotografen zu erwarten war, dreht sich dieser Punkt um das rein Visuelle.

Die Globalisierung führt dazu, dass sich überall in den Metropolen der Welt verschiedenste Bevölkerungsgruppen mischen. Durch seine Geburtsstadt Kapstadt war Mike Mike diese Mischung stets bewusst. Den eigentlichen Anstoss für ”The Face of Tomorrow” gab ihm eine Fahrt in der Londoner U-Bahn, während dieser Fahrt waren mit ihm noch Menschen unterschiedlichster Nationalitäten unterwegs. Alle diese Nationalitäten sind Teil der Metropole. So ergab sich für Mike Mike die Frage: Was ist ein Londoner und wie sieht ein Londoner in zehn Jahren aus? Für das komplette Projekt hat er diese Fragestellung noch auf weitere Metropolen ausgeweitet. Klar die Traditionalisten werden immer der Meinung sein, dass ein echter Londoner oder Hamburg oder Römer oder ..., nur einer ist, dessen Eltern, Grosseltern,… schon dort geboren sind. Aber was ist wirklich in Zehn Jahren, wenn sich alle Bevölkerungsgruppen durchmischt habe, wenn es die, deren Vorfahren schon in der Stadt lebten nicht mehr gibt? “The Face of Tomorrow” oder besser die beiden, ein mänliches und ein weibliches, enstanden durch eine Art Überlageruns- und Morphingtechnik. Aus hundert Porträts von Menschen aus der jeweiligen Stadt wurden die beiden Faces of Tomorrow berechnet oder wie könnte es Aussehen, wenn sich eben diese Bevölkerungsgruppen gemischt haben.

Eine hochspannende Frage und ein nicht weniger spannender Ansatz diese Frage zu erröten. Noch viel interessanter wird das Projekt vor dem Hintergrund, dass es unter einer Art offenen Lizenz veröffentlicht wurde oder besser die Idee dahinter. Jeder der will und genügend Zeit aufbringen kann, kann seine eigene Stadt in “The Face of Tomorrow” einbringen. Dazu müssen 100 Fotografien von Einwohnern der Stadt an Mike Mike gesandt werden, der aus diesen ein “Face of Tomorrow” der Stadt berechnet. Um einen Qualitätsstandard zu halten, hat er Richtlinien veröffentlich, wie diese Fotografien geartet sein müssen, auch vor dem rechtlichen Hintergrund der Veröffentlichung. Ein einfaches Loslaufen und wildes Leute knipsen ist “zum Glück” nicht der Weg, der für das Ausgangsmaterial gegangen werden kann. Vielleicht lässt sich sogar ein Team für Hamburg zusammenbekommen. Wer hat Lust und Zeit?

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