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Reportagefotografie

Reportagefotografie aus dem Innersten - The BorderFilmProject

26. Oktober 2005

Authentischer kann Reportagefotografie nicht sein. Nicht professionelle Fotografen sind die Künstler des „BorderFilmProject“, sondern Personen, die sonst Sujets der Reportage sind, haben in diesem Projekt ihre Sicht auf die Dinge festgehalten.

Die Initiatoren, drei amerikanische Filmemacher, wollten sehen, wie der Einwanderungsstrom an der mexikanisch/ US-Amerikanischen Grenze aus den Augen eines Einwanderers aussieht. Diese Reise ist etwas, was nach Meinung von Brett Honeycutt, einer der Initiatoren, nur Einwanderer selbst dokumentieren können. Dazu haben sie über 300 Einwegkameras an zwei Gruppen, die sich an der Grenze gegenüberstehen, verteilt. Ein Teil der Kameras wurden mexikanischen Einwanderer und Hilfsorganisationen, die sich in diesem Gebiet engagieren, übergeben. Ebenso wurden einige Kameras an Mexikaner verteilt, die gerade erst in die USA eingewandert sind. Ein weiterer Teil der Kameras ging an die Mitglieder des Minuteman Projekt. Über das Minuteman Projekt unterstützen freiwillige Privatpersonen die amerikanische Grenzpolizei bei der Überwachung Grenze. Den Kameras liegen adressierte und frankierte Rückumschläge bei. Die neuen Künstler in spe erhielten zusammen mit dem Kameras als Anreiz einen Gutschein eines lokalen Einzelhändlers oder einen Benzingutschein über 25 $, der aktiviert wird, wenn die Kamera zurückgesandt wurde.

Die ersten eingetroffenen Bilder zeigen Blicke auf die gleiche Welt, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnte. Auf der einen Seite die Einwanderer, wie sie feixend essen oder die Wunden und Unannehmlichkeiten fotografiert haben. Allen gemeinsam ist ihre Hoffnung auf ein besseres Leben. Die andere Seite zeigt skurrile, bärige Typen, wie sie mit ihrer vor falsch verstandenem Patriotismus geschwellter Brust die Devotionalien derselben, Sternenbanner, Revolver und Truck, vor der Kamera präsentieren.

Die Bilder sollen später auf beiden Seiten der Grenze in Ausstellungen gezeigt werden. Man kann nur hoffen, dass sie zumindest auf der amerikanischen Seite einigen der Möchtegern-Polizisten ihr Tun wirklich vor Augen führen. Auf jeden Fall lohnt es sich das Projekt weiter zu verfolgen, die Webseite verspricht weiter neue Bilder und Videos.

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