13. November 2006
Olivier Roller Arbeiten sind geprägt von besonderer Ausdrucksstärke und Natürlichkeit. Perfekter Bildausschnitt – Nebensache, perfekter Hintergrund – Nebensache, perfektes Licht – Nebensache. Aber genau hier liegt was den Fotografien diese Ausdrucksstärke verleiht. Sie liegt in Olivier Rollers bewusste Abkehr von der Perfektion hin zur Natürlichkeit seiner Modelle. Ebenso wie normale Menschen zwar nicht perfekt im Sinne der Modefotografie sind, aber trotzdem starke Ausstrahlung haben. Der Betrachter wird anzogen von diesem Ausdruck, alles andere im Bild wird nebensächlich.
Auf die Spitze treibt er seine Bildsprache in der Serie “mode”. Die Arbeiten entstanden auf einer Modenschau, als dem Platz an dem sich genau der Gegensatz seiner Abkehr von der Perfektion manifestiert. Aber auch hier gelingt es ihm seinen Ansatz der Natürlichkeit zu verwirklichen. Hinter den Kulissen der Modenschau hat er mit Hilfe seiner Beleuchtungstechnik die Kleider und dem Glamour in den Hintergrund treten lassen oder ganz eliminiert. Übrig bleibt wieder die Natürlichkeit der Mädchen hinter der Fassade auf dem Laufsteg. Menschen, die wie du und ich wirken.
Einen weiteren Blick ist die Serie “trente femmes” wert, für die er mit dreissigjährigen Französinnen gearbeitet und dabei auf künstliches Licht verzichtet hat. Ebenso ist diese titellose Serie einen Blick wert. Dabei hat er immer wieder Modell, die ihn in seinem Studio besucht haben, immer an der gleichen Stelle im Studio fotografiert. Ein Stelle, die durch zwei Fenster rechts und link begrenzt ist und damit wenig Spielraum bietet. Trotz dieses scheinbar begrenzten Aufbaus entstanden Aufnahmen, die aus eben dieser formalen Begrenzung ausbrechen.
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der Künstlers.