02. März 2006
Die Augen sind der Spiegel der Seele, Melanie Wioras fotografische Arbeit hat bei weitem nichts von der sonst etwas angestaubten Wirkung dieser Phrase. Nah geht sie ran an ihre Modelle, so nahe, bis sich die Portraits und die in den Augen spiegelnde Aussenwelt in Fragmente auflöst. Die Arbeiten der Serie Eyescape I bis III und Personal Reflections zeigen, wie der Mensch seine visuelle Umgebung im Inneren reflektiert, umgesetzt in einer besonderen Interpretation. In Außen ist in mir findet Sie eine neue bildliche Richtung sich dem Thema zu nähern. Die Wahrnehmung und Interaktion mit der Umgebung verschwindet in den Gedanken aus dem direkten Fokus des Blicks und dennoch bleibt die Beziehung präsent. Das Sujet hat seinen Blick schon lange abgewendet und doch bleibt der aufgenommene Eindruck vorhanden, wenn er auch in der Unschärfe verschwindet und sich dabei mehr auf den Eindruck als auf Details richtet. Ständig ist der Betrachter versucht die Bilder durch eigene Assoziation zu schärfen und dennoch bleibt ihm nur der Eindruck von Innenansichten in der bildliche Darstellung wie Menschen durch Erfahrung und Erinnerung ihre Umgebung einordnen. Genau dieses Verschwommene der Gedanken steht hinter den Werken zur Serie Anwesend - Abwesend, die Person ist physisch anwesend und doch verhindert die geistige Abwesenheit die klare Fokussierung. Während bei Eyescape und Personal Reflections die Veränderung durch die Art der Aufnahme erreicht wird, geschah dies bei Anwesend - Abwesend und Außen ist in mir durch digitale Bearbeitung. Immer vor dem Hintergrund das dokumentarische der Fotografie zu verlassen.
Zu sehen sein werden die Arbeiten als nächstes vom 6. Mai bis zum 3. Juni im Kunstverein Trier.