13. März 2005
UNphotographable ist ein Photoblog mit Fotografien, die nicht gemacht wurden, oder eben ohne Fotografien (Link via kottke.org). Die Idee dazu kam dem Macher während einer Reise nach Äthiopien in Oktober 2004. Im wurde empfohlen seine Kamera zu Hause zu lassen. Als Amateur Streetphotographer schient es keine Option zu sein, die Kamera nicht mitzunehmen. Aber im hautsächlich Islamischen Land zu fotografieren, besonders Frauen, kann Probleme mit sich bringen oder ganz verboten sein. So blieben dem Fotograf hinter UNphotographable während seiner Reise keine Möglichkeit Momente festzuhalten, ausser eben durch Worte. Die Idee zu UNphotographable war geboren. Inzwischen zurück beschreibt er weiter Bilder, die nicht gemacht worden sind. Gleichzeitig bittet er andere Fotografen, die in der Situation waren keine Bilder aufnehmen zu können oder schlicht nicht zu dürfen, ihre Beschreibung und Geschichten der nicht gemachten Bilder zu schicken. Er ist daran interessiert welche anderen Fotografen ebenfalls in solche Situationen waren.
Interessante Idee, Text als Auswege, anstatt die Fotografie oder das Bild ungemacht verstreichen zu lassen. UNphotographable erinnert mich an Henry Cartier-Bresson und sein, wie er es nannte, “Fotografieren mit dem Kopf”. Viele seiner Bilder hat er nicht mit der Kamera festgehalten, sondern nur im Kopf, damit war es für ihn kein Hindernis keine Kamera zur Hand zu haben. Besonders zur Zeit während des Kriegs und in Kriegsgefangenschaft, seine Leica an einem sicheren Ort vergraben, erzählt er über tausende Bilder, die er nur mit dem Kopf gemacht hat. Im Gegensatz zu UNphotographable hat er diese Bilder jedoch nirgends festgehalten oder gar aufgeschrieben. Insgesamt stellt sich dabei die Fragen, ob es überhaupt möglich ist ein Bild in seiner kompletten Wirkung nur mit Worten zu beschreiben oder ob, wie Elfriede Jelinek schreibt, die Sprache zu kleine geworden scheint, um das Bild zu beschreiben. In der Fotografie gibt es dazu zwei Gruppen. Die einen Fotografen stellen mit Aussagen, “wenn ich schreiben könnte, wäre ich Autor geworden”, den Text über die Fotografie. Für sie scheint das Foto ein Ausweg zu sein, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, sich textlich ausdrücken zu müssen. Ein Beispiel für diese Gruppe ist wieder Henry Cartier-Bresson und die Aussagen in seiner Biographie, aber auch ein moderner Fotograf hat diese Aussage während einer Ausstellung benutzt, die ich besucht habe. Für die andere Gruppe ist die Sprache zu klein, zu ihr gehört Elfriede Jelinek oder auch der Spruch “Bilder sagen mehr als tausend Worte”.
Ich selbst tendiere eher zur zweiten Gruppen. Obwohl ich glaube, dass die beiden Ausdrucksformen einfach zu unterschiedlich sind, um miteinander verglichen und gar gegenseitig substituiert zu werden. Auf keinen Fall würde ich die Fotografie unter die Literatur stellen und Fotografie nur als Ausdruck zu verwenden nur, weil ich kein Autor bin. Zu viel Unterscheidet beide Künste und zu viel ist abhängig von der Form, in der man sich am Besten selbst ausdrücken kann. Das ist ein, wenn nicht der, Grund beide auf die gleiche Ebene zu stellen. Beides ist ein Form die eigenen Gedanken auszudrücken mit dem Unterschied, dass bei den einen die Gedanken in Worten existieren, bei den anderen in Bildern. Am Ende geht aber immer nur um diesen Ausdruck der Gedanken.
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