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Blogging und Leben im Netz

Shutterbug mag Photoblogs

16. Januar 2005

Im Gegensatz zu manchen deutschen Publikationen, sei es online oder print (beispielhaft hier und hier), hält Shutterbug, ein amerikanisches Fotomagazin, die Weblog oder konkreter die Photoblogs für eine positive Entwicklung. Laut Shutterbug haben die Photoblogs eine kritische Masse erreicht auch, weil die immer weitere Verbreitung von Breitbandanbindungen die Verbreitung von Fotos erleichtert. Shutterbug sieht in den Photoblog eine Möglichkeit Fotos auf eine freie, individuelle und unstrukturierte Weise zu veröffentlichen. Anstatt sie in einer Schachtel oder einem Fotoalbum verstauben zu lassen. Auch wird das Phänomen getragen vom Gedanken, dass die eigenen Fotos “benutzt” werden. Der Betrachterkreis der eigenen Alben ist doch meist relativ begrenzt. Für den Autor des Artikel sind die Photoblog eine Ergänzung zu normalen Museen und Galerien, die er fast ein halbes Jahrhundert besucht hat. Auch, weil solche Ausstellungen meist unumgängliche Restriktionen in der Art und Weise der Präsentation beinhalten und auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sind.

Was ist also der Grund vor dem manche deutsche Publikationen Angst haben? Ist es die Sicherung der eigenen Pfründe, Angst vor der vermeintlich neuen Konkurrenz, das Wissen um die eigenen Grenzen der Präsentationsmöglichkeiten oder nur schlicht Überheblichkeit gegenüber Leuten, die kein journalistisches oder fotografisches Diplom an der Wand hängen haben. Vielleicht ist es auch ein rein deutsches Problem mit der Angst vor modernen Dingen, die das Altbewährte neu überdenken lassen. Shutterbug, ich betone selbst ein Printmagazin, hat eben keine Angst vor Photoblogs, sondern erkennt die Möglichkeiten in einer Form zu publizieren, die kein Museum oder eben kein Printmagazin bieten kann. Auch, dass durch die günstige Publikationsmöglichkeit eines Blogs die Szene vielfältig durch Menschen bereichert wird, die nie in einer Galerie oder einem Museum zu sehen gewesen wären. Eben darum sind die Blogs eine Ergänzung und keine Konkurrenz vor allem, da auch Blogs Grenzen habe, die im Print kein Thema sind, zum Beispiel hochwertige Druckqualität. Klar betont wird auch der Punkt, dass Photoblog eine individuelle Angelegenheit sind. Eben diesen Punkt vermisse ich bei den meisten deutschen Kritiken. Kein Blog oder Photoblog proklamiert für sich allumfassend und objektiv zu sein. Alle sehen sich als individuelle Publikation der eigenen Meinung. Dies ist auch den Lesern der Blogs klar. Ein weiterer Punkt, der in den Kritiken nie vorkommt, ist, dass niemand gezwungen wird Blog zu lesen. Das Internet bietet noch unzählige weitere Seiten. Gefällt mir ein Blog und die vertretende Meinung nicht, hinterlasse ich einen Kommentar oder besuche ihn eben nie wieder. Letztendlich sind auch Printmedien nicht gänzlich Objektiv und frei von persönlichen Meinungen der Redakteure, nur ist die Interaktionsmöglichkeit deutlich schwerer. Direkte Kommentare wie in Blogs gibt es nicht und von Leserbriefen kann meist nur ein Teil und nur zeitversetzt veröffentlicht werden.

Ein interessanter Aspekt, der für mich beim Lesen von Blogs entsteht, ist die Möglichkeit, mir schnell einen Überblick zu verschaffen und in kürzester Zeit verschiedene Meinungen zu einem Thema zu erfahren oder eben Bilder von Künstlern aus der ganzen Welt zu sehen, die ich ohne Photoblogs nie entdeckt hätte. 

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