21. November 2006
Die Arbeiten der Serie Wege bestehen jeweils aus einem übereinander angeordneten Bild Paar und beschäftigt sich mit Wegen, die Menschen in der alltäglichen Routine nutzen, um zu bestimmten Orten zu gelangen, ohne ihnen weiter Beachtung zu schenken.
Für die Aufnahmen wurde nicht in die natürliche Erscheinung des Motivs eingegriffen. Bei den oberen Fotografien der Paare geht dieser Verzicht auf Inszenierung so weit, dass die Wirkung des Motivs nicht durch ausgesuchte Blickwinkel verändert wurde. Alle Aufnahmen entstanden aus Augenhöhe und mit Normalbrennweite, als der Sichtweise, die der natürlichen menschlichen Wahrnehmung am ähnlichsten ist. Ebenso entstanden die Fotografien nicht von besonderen Standorten aus, sondern auf Gehwegen, wie sie jeder beliebige vorbeigehende Passant nutzt.
Je intensiver ich mich mit diesen, unter einem Höchstmass an Objektivität, entstandenen Blick auseinandersetzt, desto klarer kristallisierte sich ein Linie heraus. Eine Verbindung, dies sich ziehen lässt. Sie entsteht zwischen physischen Situation der Wege des Alltags, als unvermeidliche Notwendigkeit der Fortbewegung von A nach B, und psychischen Situation des Lebensweg. Mal steht der Weg nach oben offen, mal muss erst ein dunkler Abschnitt durchquert werden, um schnell an sein Ziel zu gelangen.
Jeder Weg ist zu jeder Sekunde untrennbar mit dem Boden, dem eigenen Standort, verbunden. Dazu entstanden die unteren Aufnahmen am selben Standort, wie der oberen Partner, selbst die Blickrichtung und Brennweite ist gleich. Ohne die Augenhöhe entstanden sie in einem 90° nach unten gerichteten Blickwinkel. So ergeben sich Blicke auf mannigfaltige und spannende Formen, die in der täglichen Eintönigkeit oft unbeachtet bleiben. Ebenso spannend, wie die Situation des hier und jetzt eines Lebens.
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