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James Whitlow Delano - Szenen aus den Augenwinkeln

20. Februar 2005

Eines der wichtigsten Credos bei der Arbeit ist James Whitlow Delano die Authentizität. Keines seiner Bilder ist zensiert oder bearbeitet, weil er, wie er sagt, für jede Arbeit einen Standpunkt und einen Grund hat. Wenn er in das Leben eines Landes eintaucht, streift er durch die Hinterhöfe der Städte und Dörfer. So unauffällig wie möglich, um eine Situation durch seine Anwesenheit nicht zu verändern und in ihrer Natürlichkeit fest zu halten. Schnelligkeit und Geräuschlosigkeit sind für ihn die wichtigsten Punkte bei der Arbeit, um diese Szenen, wie er schreibt

Out of the corner of my eyes

aufnehmen zu können. Gewisse Parallelen zu Henry Cartier-Bresson lassen sich erkennen, zumal auch James Whitlow Delano mit der Leica und nur einem einzigen Objektiv arbeitet. Die Arbeiten unterstützen wieder einmal das Argument, dass nicht die Kamera das Bild macht, sondern der Fotograf. Die Kamera von James Whitlow Delano ist sogar, ebenso wie sein 35mm Objektiv, 40 Jahre alt und immer noch im Einsatz. Was diese Kamera wohl für Geschichten erzählen könnten? Gerade aber diese alte Kamera hilft den Bilder etwas besonderes zu verleihen. Keine gestochen scharfe aber kalte technische Perfektion, sondern das leicht verschwommene, schemenhafte eines schnellen Beobachters prägen die Bilder. Im Gegensatz zu HCB als absolutem Geometer legt James Whitlow Delano weniger wert auf eine geometrische Bildgestaltung, sondern zeigt in seinen Bildern den Standpunkt und den schnellen, authentisch unkontrollierten Blick des vorbeigehenden Aussenstehenden.

Geboren in New York wohnt der Fotograf nun in Tokyo und hat es sich zu Aufgabe gemacht, der westlichen Welt Asien zu zeigen, wie es ausserhalb der klischeehaften Bilder von Tempeln und Zügen, wirklich ist. Was eigentlich eine Lebensaufgabe ist, weiss er dabei nicht, ob er diesem auch für den Rest seines Lebens gerecht wird.

Die Arbeiten des mehrfach ausgezeichneten Fotografen lohnt auf jeden Fall mehr als einen schnellen Blick. Schnell ist man fasziniert in die Gesichten der Bilder vertieft.

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