Simplephotography

Fotografische Projekte und Installationen

Fotografie trifft Zeichnung oder wieso tun wir es eigentlich nicht?

16. Januar 2005

Greg von ”The man who fall a sleep” hat die Menschen aus Bilder digital entfernt und durch Zeichnungen derselben ersetzt. Gleichzeitig hat er zu den Bildern einen interessanten Kommentar abgegeben, der einem zu Denken gibt. Er findet seine Idee und die Ausführung eigentlich ziemlich einfach und wenig innovativ:

...anyone can trace a drawing

Jeder, der einigermaßen zeichnen kann, hätte die gleichen Bilder veröffentlichen können. Aber, wie er schreibt, er hat es getan. Die anderen sitzen nur zuhause herum und tun es nicht, kommentiert er ziemlich provokant:

You’re sitting and doing nothing

Ich fühle mich im Moment voll angesprochen. In meinem Kopf spuken tausende Ideen für fotografische Projekte herum, aber bei keinem habe ich so richtig mit der Umsetzung angefangen. Warum?—Keine Zeit, keine Lust, keine Motivation, eigentlich ist es keiner der Gründe. Es gibt eigentlich keinen und wir Amateure habe noch nicht mal den Zwang irgend eines Auftraggebers. Man muss sich nur aufrütteln es endlich zu tun—Einfache Ideen einfach umsetzen. Ich selbst muss zugeben, dass ich oft einen zu hohen Anspruch an mich selbst habe und so oft Projekte verwerfe oder nicht veröffentliche. Im Grunde Blödsinn und, wenn ich Gregs Kommentare lese, kommt mir das noch mehr so vor.

Der Kunstgedanke dahinter: Darüber ist sich Greg selbst nicht im klaren. Vielleicht drücken die Bilder den Wunsch von jedem aus, sich selbst aus der Realität zu entfernen und durch fiktionale, selbsterfundene Visionen von uns selbst zu ersetzen, so schreibt er. Sicher ist er jedoch darüber, dass er zufällige, fast triviale Bilder von Freunden und Familie so aus Versehen in Kunst verwandelt hat. Die Entschuldigung dafür schiebt er gleich hinterher.

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