Simplephotography

Zeitgenössische Fotografie

Edward Burtynsky Photography

25. Oktober 2005

Edward Burtynsky bearbeitet einen etwas anderen Aspekt der Landschaftsfotografie. Er konzentriert sich auf die Veränderung, besonders der Landschaft, durch die Industrialisierung. Für ihn selbst sind seine Arbeiten Metaphern für das Dilemma der Modernen Existenz oder, wie er schreibt selbst:

„they search for a dialogue between attraction and repulsion, seduction and fear“

Für ihn sind wir geprägt von bewussten oder unbewussten Wissen, dass unser Erfolg der Umwelt schadet. Eine Dualität, die er auch in seinen Fotografien zeigt. Seine Arbeiten zeigen in grafischer Schönheit die Schäden an der Umwelt, verursacht durch den Menschen. Auch geprägt von Überfluss besonders in seine Serie Urban Mines.

Besonderen Augenmerk will ich auf seine Arbeiten über China richten. Ein Land gefangen zwischen zwei Potenzialen. Dem wirtschaftlichen Potenzial, das der Bevölkerung zu Wohlstand und den Annehmlichkeiten, die für uns schon selbstverständliche sind, verhelfen kann. Auf der anderen Seite steht das enorme Potenzial an den daraus resultierenden Umweltschäden. Man könnte jetzt denken die Chinesen haben die Chance aus den Fehlern der restlichen Welt zu lernen und es im Bezug auf die Umwelt besser anzugehen. Aber meiner Meinung nach können und dürfen wir es uns nicht herausnehmen in diese Richtung Forderungen zu stellen oder das Verhalten zu verurteilen. Wir sind schwer in der Lage die Denkweise eines Chinesen zu beurteilen, der zum Beispiel vor den Entscheidung steht Umweltschutz oder das erste Auto. Wir für die diese Annehmlichkeiten Selbstverständlichkeiten sind. Ich will aber auf keinen Fall China alleine stehen lassen auch die restliche Welt verursachen die gleichen Umweltschäden. Das Bewusstsein kann also nur von innen kommen. Aufgerüttelt durch Arbeiten wie die von Edward Burtnsky.

Besonders in solchen Arbeiten wie die von Edward Burtynsky verschiebt sich das von ihm gesehen unbewusste Leiden der Natur in das Bewusste der Betrachter. Eigentlich sind solche Arbeiten über Industrieruinen und die Umweltschäden der Menschen nicht neuen. Edward Burtynsky Arbeiten sind aber keine plumpe Vorwürfe, sondern er erkennt und reflektiert die Thematik im ganzen, vor allem den grundlegenden Zwiespalt. Den Zweispalt der sich zwischen dem durchaus verständlichen Wunsch nach den Annehmlichkeiten der modernen Gesellschaft und den Auswirkungen der Erfüllung dieser Wünsche nach sich zieht. Entgegen dem Eindruck, der entstehen könnte, ist Edward Burtynsky kein Umweltaktivist, sondern hat die gleiche neutrale Position, mit der er in seinen Arbeiten beide Seiten beleuchtet.

Chris Jordan, dessen Arbeiten in die ähnliche Richtung gehen (Simplephotography berichtete) definiert Edward Burtynsky als eines seiner Vorbilder.

Releated:

Cybermuse zeigt Edward Burtynsky in „Meet the Artist“ mit vielen kurzen Interviewvideos. Die besonders herausstellen, wie er zuerst nicht als Fotograf in der Industrie gearbeitet hat und sich so langsam seinem Thema als Künstler angenähert hat.

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