07. März 2005
Chris Jordan nennt seine Serie
Intolerable Beauty—Protraits of American Mass Consumption
Untolerierbare Schönheit, man könnte auch sagen Ästhetik des Mülls. In seiner Arbeit steckt der Gegensatz, in der die menschliche Masslosigkeit ein zweites Gesicht bekommt. Eigentlich mag man ob dieser Verschwendung von Ressource und massenhaften Entsorgung empört und nachdenklich zurückschrecken, aber Chris Jordans Fotografien zeigen ein anderes Bild. Plötzlich bekommen die Berge von Mobiltelefonen oder Schrottautos eine gestalterische Struktur oder aufgestapelte Fässer zeigen ein besonderes Farbenspiel. Als Betrachter wird man immer wieder hin und her gerissen zwischen Ablehnung des Verhaltens, dessen Folgen Chris Jordan seine Motive ermöglichen und der grafische, geometrischen Struktur, die die Motive bieten.
Wie er selbst schreibt will Chris Jordan mit seinen Arbeiten weg von einem objektiven Stil der Dokumentation der Nebenwirkungen des Amerikanischen Traums hin zu eine konzeptionellen Herangehensweise. Der Fotograf schafft es durch den inneren Konflikt zwischen Faszination und Ablehnung, den er in seinen Betrachtern hervorruft, die Problematik des Themas in das Bewusstsein zu bringen. Stärker als es die inflationär verwendet schockierenden Bilder von Umweltproblemen in den Medien schaffen könnten.
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