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Zeitgenössische Fotografie

Brian Ulrich “Copia”

19. November 2006

11 Chicago IL 2003Wenn im September hierzulande schon die ersten Weihnachtsartikeln in den Länden stehen und sich mit den näherrückenden Weihnachtstagen immer mehr Menschen durch die Innenstädte schieben, wird eines anschaulich. Die immense Auswahl unter der wir entscheiden können, der fast schon unüberwindbare Überfluss. Barry Schwarz schreibe in seinem Buch ”The Paradox of Choice”:

“As a society, we have achieved what our ancestors could, at most, only dream about, but it has come at a great price. We get what we say we want, only to discover that what we want doesn’t satisfy us to the degree that we expect.”

2001 forderte die Regierung der USA die Bürger auf, durch Konsum die Wirtschaft zu stärken und so ihren Patriotismus zu zeigen. Der amerikanisch Fotograf Brian Ulrich hat diese Aufforderung mit seiner Langzeit Fotostudie ”Copia” (Projects → Photographs → Copia) aufgenommen. Weniger im Sinne der US Regierung, als vielmehr in die Richtung von Barry Schwarz, zeigt er in seinen Arbeiten die Formen und Komplexität der konsumorientierten Welt in der wir leben.

5 Untiteld Thrift 2006Motive bieten dem Künstler Supermärkte und Discounter in den USA. Dabei verzichtete er bewusst drauf den Überfluss in abstossenden Bilder zu visualisieren. Vielmehr bringt er den Betrachter durch seinen Stil zwischen Fine Art und Dokumentation dazu, sich selbst in den Sujets der Aufnahmen zu sehen. So steht der Betrachter während des Ansehens der Aufnahmen selbst in Gedanken im Stammsupermarkt.

Zu keiner Zeit erlaubt Brian Ulrich das Entziehen aus der eignen Identifikation und Erkenntnis. Zu sehr stellt jede Fotografie Menschen wie du und ich, sowie Situationen in denen sich jeder während eines Einkaufs befindet, dar - Alles ist zu normal für die Flucht, selbst der Fluchtversuch eines Europäers in Form des verächtlichen Blicks in die USA ist kaum möglich. Auch, wenn die Idee des Projekts aus der etwas verschobenen Patriotismusaufforderung der US Regierung kam.

Doch wird dem Betrachter nur durch den neuen Blick von aussen der Überfluss im den selbst besuchten Läden bewusster. Das diese Erkenntnis womöglich nur der Blick von aussen erlaubt, zeigt sich ebenso in der Stimmung der Sujets. Die meisten wirken gelangweilt, wie viele während des Einkaufs, ohne überwältigt oder nachdenklich angesichts des Angebots zu sein - Nichts daran ist für keinen spektakulär. Wir sind durch durch das kontinuierliche Wachsen bis zum jetzigen Zeitpunkt abgestumpft. Den Blick auf den nächsten Einkauf werden die Arbeiten von Brian Ulrich verändern.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der Künstlers.

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