06. Dezember 2005
Wie schon in 2003 und 2004 bietet auch dieses Jahr der Deutsche Fotobuchpreis wieder genug Inspiration und fotografische Genüsse für die lichtarme Jahreszeit. Die Arbeiten zwei der Gewinner waren bereits Thema eines Artikels auf Simplephotography:
Josef Hoflehner mit seinen unglaublichen schwarz/weiss Landschaft Aufnahmen erhielt einen Auszeichnung für sein Buch “Unleashed“. (Artikel auf Simplephotography)
Edward Burtynsky wurde für seine kritische Arbeit und des daraus entstandenen Buches „China“ ausgezeichnet. (Artikel auf Simplephotography)
Ich werden den Preis zum Anlass nehmen, in loser Folge auch über die anderen Künstler zu berichten.
Fotografien im Netz erlauben zwar den einfachen Zugriff, aber es geht letztendlich nichts über einen echten Bildband zusammen mit einer Tasse oder einem Glas des Lieblingsgetränks auf dem Sessel.
Während die meisten Buchhandlungen der Fotografie neben Harry Potter meist nur alibimässige wenige Regalmeter mit wenig außergewöhnlichem einräumen, haben wir das Glück in Hamburg eine bessere Anlaufstelle zu haben. Die Buchhandlung im Haus der Fotografie ist nicht einer der üblichen Musseumsshops mit Postkarten und Postern, sondern eine Buchhandlung nur für Fotografie und so der Tod für jede Geldbörse. Ehemals bei PPS im Bunker an der Feldstrasse hat der Buchladen von Michael Klein-Reitzenstein nun in den Deichtorhallen sein neues Zuhause gefunden. Da der Besuch des Hauses der Fotografie für fotointeressierte Hamburger und Besucher Pflichtprogramm ist, bleibt einem ein weiter Weg zu Bildbänden und außergewöhnliche Buchobjekten erspart. Manche Bildbände sind an sich schon ein Kunstobjekte. Die feine Magazinabteilung bietet Titel, bei der selbst der best sortierteste Bahnhofsbuchhandel fragend mit den Augen rollt.
Eine kleinere Auswahl an Bildbänden, die vom Galeristen selbst zusammengestellt ist, bietet die Galerie Morat.
Wer nicht das Glück hat solche Läden in der Nähe zu haben, kann sich durch die einschlägigen online Buchhandlungen quälen oder er besucht fotobo.de, den online Buchhandel für Fotografie von Alexandra Emde, mit Wunderkammer selbst Bloggerin zu Fotografie. Die Wunderkammer war einer der ersten deutschen Blog zu Fotografie auf meiner Blogroll. FOTOBücher Online entstand aus Alexandras Leidenschaft für Fotobücher, die Abwicklung und den Versand übernimmt Amazon. Am Rande vielleicht interessant, der Shop basiert auf der ExpressionEngine. Um das Thema oben wieder aufzugreifen, FOTOBücher Online hat einen eigenen Bereich mit allen Gewinnern des Deutschen Fotobuch Preises.
Viel Spass beim Stöbern, Endecken und Geniessen…
09. Oktober 2005
Unter dem Titel ”VIEW - Die Bilder des Monats” hat der Gruner und Jahr Verlag ein neues Magazin herausgebracht. Der Fotointeressierte könnte damit die vage Hoffnung hegen, dass es wieder ein Magazin geben können, welches sich so stark dem Fotojournalismus widmet, wie es das amerikanische “Life Magazine” tat. Heute weniger bekannt, aber zur gleichen Zeit wie “Life Magazine” war “Look” auf dem Markt. Gegen Ende war “Look” sogar auflagenstärker als “Life Magazine”. Beides Magazine sind 1971 bzw. 1972 den bewegten Bilder des Fernsehens zum Opfer gefallen und damit alle Publikationen, die auf Fotojournalismus basieren. Die gewisse Ähnlichkeit zwischen den Titeln “View” und “Look” mag nur Zufall sein, aber “View” steckt seine Ziele hoch. Wie sie selbst über sich schreiben:
“VIEW - die Bilder des Monats, stellt die Faszination spektakulärer Momentaufnahmen konsequent in den Mittelpunkt, [...]” (Quelle: view-magazin.de)
oder in der Redaktionsvorstellung der ersten Ausgabe, die ich mir mit einer gewissen Erwartungshaltung am Erscheinungstag zugelegt habe, schreiben sie:
“Viele Einzelne formen ein Ganzes. In VIEW steckt die Arbeit unzähliger Fotografen [...]” (Quelle: VIEW Magazin, Oktober 2005, S. 18)
Warum diese Arbeit der Fotografen aber mit einer derart schlechten Druckqualität auf labbrigem Billigpapier herabgewürdigt wird, bleibt mir ein Rätsel, Farbsäume, Artefakte oder die, vom Fotograf bewusst eingesetzte Filmkörnung, verkommt zu grausam hässlichen Flecken.
Einen schalen Beigeschmack hat auch, dass, bevor ich das erste richtige fotojournalistische Bild sehe, erst einmal 14½! Seiten Werbung überblättern muss. Die erste Seite ist mitnichten das Inhaltsverzeichnis oder das Editorial, sondern eine doppelseitige Anzeige! Diese Werbeüberfrachtung erzeugte bei mir schon im Laden den mühsam unterdrückten Reflex, das Magazin wieder auf den Stapel zurück zu legen. Ich bin kein Typografieexperte, aber wer sich diese vermeintlich kreative Typo am Anfang mancher Artikel ausgedacht hat, sollte über einen Jobwechsel nachdenken. Die Schriftgrösse des Artikeltexts beginnt mit der der Überschrift und wird mit jeder Zeile ein paar Punkte kleiner bis zu der der normalen Schriftgrösse das Artikelfliessttextes. So muss man sich beim Lesen immer wieder beherrschen, um nicht sofort mit der Lektüre abzubrechen und weiter zu blättern.
VIEW wirkt wie ein Magazin, mit dem möglichst billig und leicht verdaulich die übrig gebliebenen Bilder aus den anderen GuJ Publikationen dazu zu verwenden, um Anzeigenplätze zu verkaufen. Die Netzzeitung zitiert Tom Jacobi den Redaktionsleiter von “VIEW”:
“Die neue Zeitschrift ist nach Angaben von Jacobi aus der Erfahrung heraus entstanden, dass beim «Stern» jeden Tag 4000 bis 5000 Fotos eingehen. Aber nicht alle guten Fotos könne der «Stern» auch bringen. Daraus sei die Idee hervorgegangen, ein eigenständiges Blatt mit Foto-Schwerpunkt zu gestalten, sagte Jacobi.” (Quelle: Netzzeitung)
Gute journalistische Bilder in der Zweitverwertung. Ich hoffe, die Ähnlichkeit des Titels von “VIEW” zu “Look” ist wirklich nur Zufall. Ein gutes “fotojournalistisches” Magazin ist “VIEW” auf keinen Fall. Wir warten also weiter…
05. Juni 2005
Moblogging, das Veröffentlichen von Fotografien aus Mobiltelefonen, ist eigentlich nichts mehr Neues. Auch mit dem Möglichkeiten der künstlerischen Verwendung haben sich schon einige Projekte beschäftig, z.B. das Fonetography Projekt von Nokia oder die Phone Arts von Steve Diet Goedde.
Den künstlerischen Ansatz verfolgt auch das Online und Offline Magazin blogga!. Es handelt sich um keinen Anbieter für eigene Moblog Projekte, sondern um ein Gesamtkonzept als, wie sich blogga! selbst bezeichnet, “Blatt für mobile Bildkultur”. An der Onlineversion kann sich jeder Beteiligen. Zum Glück liegen die Bilder trotzdem jenseits der langweiligen schon tausendfach gemachten Bildern von Flughäfen oder Bahnhöfen, die den grössten Teil der sonstigen Moblogbilder stellen. Ein grosser Teil der Künstler und Teilnehmer von blogga! verfolgen statt dessen einen künsterlisch, kreativen Ansatz. Zusammen mit der Unschärfe und charakteristisch schlechten technischen Qualität sind die Bilder ein erfrischender Gegensatz des derzeitigen Technikfetischismus, der die Fotografie vor allem aus dem Lager der Digitalfotografie durchzieht.
Neben der Onlineversion veröffentlicht blogga! ein pdf Magazin basierend auf der Beteiligung an der Onlineversion, die Auswahl treffen die Betrachter, da auf deren Bewertung die 25 besten Bilder für das pdf Magazin ausgewählt werden. Zusätzlich dazu werden unter dem Motto “DerMeisterMachtsMobil” die Arbeiten professioneller Fotografen mit der Handykamera gezeigt, in der ersten Ausgabe macht Stafan Braun dem Anfang, der sonst mit dem schweren Geschütz des Mittelformats arbeitet. Ebenso gibt es einen interessanten Bericht über Designstudenten der FH Dortmund, die für ein Projekt mit der Handykamera gearbeitet haben.
30. Januar 2005
Die Serie der Online Fotomagazine geht weiter. Diesmal habe ich mich dem mooncruise* Magazin gewidmet. Das Magazin gehört zu den schon etwas bekannteren in diesem Bereich und erscheint als Flashmagazin im Zwei-Wochen-Rhythmus. Zur Zeit aktuell ist die Ausgabe 11. Im Gegensatz zum Making Room Magazin hat mooncruise* keine redaktionellen Teil zum Thema Fotografie im allgemeinen. Jedoch präsentiert sich jeder Künstler mit einer kurzen Biographie, ein paar Worten zu seiner Technik und Arbeit. Jede Ausgabe ist mit elektronischer Musik wechselnder Künstler unterlegt. Für genauere Information zum Musikkünstler hilft eine Playlist. Wem dieser Musikstil zusagt, kann also sein iTunes getrost geschlossen lassen. Für Andere ist die Musikuntermalung selbstverständlich auch abschaltbar.
Den Schwerpunkt des Magazins bilden aber die Fotografen und ihre Arbeiten. Die Stilrichtung bewegt sich in der Contemporary Photography. Ausgabe 11 präsentiert die Werke von Patrick Jelen, der zeigten will, dass Porträts und Stilleben miteinander in Verbindung gebracht werden können, um eine Geschichte zu erzählen. Was ihm, wie ich finde, sehr gut gelungen ist. Beim Betrachten der beiden Bilder ergibt sich im Kopf eine interessante Geschichte über die abgebildete Person. Einen weiteren Beitrag zur aktuellen Ausgabe leistete Chaniga Chaipan, der seine Personenaufnahme durch geschickte Auswahl des Ausschnitts aufwertet. Zur Ausleuchtung benutzt er keine Fotolampen oder Blitze, sondern normale Glühbirnen, um eine einzigartige Lichtstimmung zu erzeugen. Jaime Alvarez will zeigen, dass die Fotografie uns überall umgibt und, dass wir möglicherweise dem Irrglauben erliegen, dass Alles was auf einen Film aufgenommen ist auch das ist, was tatsächlich in diesem Moment passiert ist. Marcel Theodore Anthony Bosch hat sich als Ziel gesetzt in seinen Bilder die raue, unbearbeitete Romanik und Poetik zu verarbeiten. Wie er schreibt, benötigen seine Bilder wenig Worte und sollen für sich selbst wirken und Gefühle erzeugen. Einige seiner Bilder sind auf den ersten Bild schockieren und wirken erst auf den zweiten Blick. Für Jennifer Cox ist jedes ihrer Bilder eine eigene kleine Insel. Bei der Suche nach diesen Inseln vergisst sie sich selbst und konzentriert sich ganz auf die kleine Welt. So scheinen ihre Arbeiten als Bilder aus Träumen.
moocruise* Magazin coole Contemporary Photography unterlegt mit cooler Musik.
20. Januar 2005
Das Genre der Online Fotomagazine im Internet, sei es in Flash, pdf oder HTML, ist inzwischen fast unüberblickbar geworden. Daher wird mit diesem Eintrag eine neue Kategorie in der Simplephotography eingeweiht. Unter der Rubrik Online Fotomagazine werde ich eines nach dem anderen kurz vorstellen, neue oder solche, die bereits seit längerer Zeit online sind.
Starten werde ich mit MakingRoom ein neues Magazin, dass gerade mit seiner ersten Nummer online gegangen ist. Herausgegeben wird MakingRoom von Ross Evertson, einem Fotograf und Illustrator aus Los Angeles, und dem Kanadier Davin Risk. Gegenüber den meisten anderen Magazine widmet sich MakingRoom nicht nur den Bildern, sondern betrachtet in einem redaktionelle Teil den Prozess und die Intention hinter der Fotografie. Vervollständigt wird das Magazin durch Reviews von Bildbänden. Ab jetzt soll vierteljährlich eine neue Ausgabe erscheinen, auch eine Printversion ist geplant.
In der ersten Ausgabe spricht Jason Fulford, der gerade seinen Bildband Crushed veröffentlicht hat, über Reisen und Fotografie und wie diese beiden Dinge für ihn zusammen hängen. Phil Bergerson skizziert im Interview seine 10 jährige berufliche und private Reise, die letztendlich zu seinem ersten Buch Shards of America geführt hat. Im dritten Gespräch erzählt Robyn Cumming über seine Arbeiten am Bildband In Place. Abgerundet wird der redaktionelle Teil durch den ersten Teil der Adressing the Vest Serie, einer Serie von Essays über Fotografie, geschrieben vom Herausgeber Ross Evertson.
Komplettiert wird das Magazin durch Galerien mit den Arbeiten von Julie West, Sophie Olmsted und Christine Robinson.
Die Kombination aus Fotografien, Texten und Interviews, hebt MakingRoom aus den anderen Onlinemagazinen heraus. Die Interviews sind interessant zu lesen, wenn auch in englischer Sprache. MakingRoom ist auf jeden Fall mehr als einen schnellen Blick auf die Bilder wert, auch wegen des klaren Designs der Seite. Die erste Nummer ist sehr gut, hoffen wir also, dass es noch viele weitere gibt.
14. November 2004
Jeden Samstag um 20:15 Uhr präsentieren, sprechen und kommentieren jeweils zwei Fotografen ber ihre Arbeit in Kontaktabzüge auf arte. Die Sendung ist relativ einfach gehalten. Meist werden nur die Fotografien gezeigt über die die Fotografen gerade sprechen, bewegte Bilder gibt es kaum. Links, Videoausschnitte und ausgewählte Bilder gibt es auf der Webseite zur Sendung. Man erhält aufschlussreiche Einblicke in die Gedanken und Intentionen, die die Künstler whärend der Arbeit hatten.
Folgende Sendung sind noch geplant:
08. November 2004
Die Tage werden endgültig kürzer, das Licht für die Fotografie wird weniger. Für die langen Abende oder, wenn das Wetter zu schlecht ist, um Herbst- und Winterimpressionen einzufangen, bieten die Gewinner des diesjährigen Deutschen Fotobuchpreises genügend Inspiration und Möglichkeit von den Fotografien Anderer zu lernen.
22. Dezember 2003
Die 11. Ausgabe des online Photomagazins 28MM.ORG ist erschienen. 28MM.ORG zeigt:
...traditional, digital, and lo-tech photography by amateur, hobbyist, and professional photographers.
Die Fotos sind einen Blick wert.