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Eröffnung des Internationalen Haus der Photographie - Im Rausch der Fotografie

15. April 2005

Nach der gestrigen Eröffnung steht das Hamburger Internationale Haus der Photographie nun allen Besuchern offen. Aus meiner Sicht und der Sicht alle Fotografieinteressierten, sei es aus Hamburg oder Besucher der Stadt, ist dieses Haus etwas besonderes. Es widmet sich mit seinen Ausstellungen ausschliesslich der Fotografie.

Gründungsdirektor und massgeblicher Antrieb hinter der Realisierung und Konzeption des Hauses ist der anerkannte und berühmte Modefotograf F.C. Gundlach. Selbst Sammler bildet seine Privatsammlung, eine Sammlung der Mode- und künstlerischen Fotografie von Weltruf, die er dem Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, einen der Pfeiler der Gründungssammlung des Internationalen Hauses der Photographie. Neben den normalen Ausstellungen wird aus der Sammlung F.C. Gundlach unter dem Titel “bilderwechsel” ein immer wieder wechselnder Teil ständig zu sehen sein. Den Anfang mach die Ausstellung ”bilderwechsel/01”. Konzipiert sind die “bilderwechsel”, um der Hauptausstellung einen Gegensatz zu bieten. Das zweite Standbein der Gründungssammlung ist das analoge Fotoarchiv des Spiegel. Der Verlag hat die über 3 Millionen FotograFien dem Haus ebenfalls als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Ein historisches und künstlerisch einzigartiges Dokument mit dem Blick auf die Geschichte Deutschlands und der Welt aus der Sicht des Bildjournalismus.

Der Architekt Jan Störmer hat die beachtenswerte Leistung erbracht die südliche Deichtorhallen in einen hellen, luftigen Raum zu verwandeln, der die Ideale Umgebung für die Präsentation von Fotografien bietet. Nichts erinnert mehr an die oft düstere, industrielle Architektur einer Markthalle, der früheren Verwendung der Deichtorhalle. Die Höhe der Räume, zurückhaltende aber keinesfalls langweilige Farbgestaltung und die Aufteilung des Kuben, drängen sich zu keiner Zeit in den Vordergrund und lassen den ausgestellten Arbeiten Raum und Luft zum Wirken. Zusätzlich zur Ausstellungsfläche entstand eine Fachbuchhandlung zum Thema Fotografie und ein Café.

Eröffnet wird das Haus der Photographie mit der Retrospektive von Martin Munkácsi ”Martin Munkácsi: Think While You Shoot!” Er war seinerzeit einer der berühmtesten, besten und erfolgreichsten Bildjournalisten und Modefotograf. Selbst Namen wie Henry Cartier-Bresson haben ihn bewundert und sich von ihm inspirieren lassen. Zum Ende seiner Karriere und nach seinem Tod ist er fast komplett in Vergessenheit geraten, seiner Arbeiten wurden überall hin in Museen und Privatsammlungen verstreut. Hinter der gezeigten Retrospektive stehen 10 Jahre Recherchearbeit und Sammeln, bis F.C. Gundlach als einer Kuratoren diese Ausstellung zeigen konnte. Die herausragende Qualität dieser Arbeit zeigt sich in einem Satz, den die Tochter von Martin Munkácsi Joan Munkácsi, sie war 15 Jahre alt, als ihr Vater starbt, bei ihrer gestrigen Eröffnungsrede gesagt hat: Bisher glaubte sie selbst die beste Kennerin des Werkes ihres Vaters zu sein, doch die Ausstellung zeige ihr Seiten ihres Vaters, die sie bisher noch nicht kannte. Eine grössere Anerkennung kann man wohl kaum aussprechen.

Gestern und die nächsten Monate steht die Hamburger Kulturszenen ganz im Zeichen der Fotografie neben der Eröffnung des Internationalen Hauses der Photographie und der Eröffnung der Munkácsi Retrospektive ist die 3. Hamburger Triennale der Photographie unter dem Motto “Archiv der Gegenwart” gestartet. Bis zum 16. Juni bieten 84 Veranstalter mit über 100 Ausstellungen das grösste Festival der Photographie in Deutschland. Erstmals ist der “Meetingpoint” im Foyer des Internationalen Haus der Photographie eine Anlaufstelle für alle Besucher, um sich über die Ausstellungen zu informieren.

Ihr seht, liebe Leser, es fällt schwer angesichts dessen nicht in einen Rausch der Photographie zu verfallen.

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Fotoausstellung - Das Land der Griechen mit der Seele suchen

01. Februar 2005

Am Wochenende habe ich die Eröffnung der Fotoausstellung ”Das Land der Griechen mit der Seele suchen” im Hamburger Jenisch Haus besucht. Obwohl die 3. Triennale der Photographie offiziell erst am 14. April eröffnet wird, ist diese Ausstellung bereits ein Teil davon. Das Motto der Triennale “Archiv der Gegenwart” versteht sich als der Weg von der historischen Fotografie zur Digitalfotografie der Gegenwart. Die Arbeiten der Ausstellung im Jenisch Haus erstanden alle in der Zeit von 1850 bis 1865, kurz nach der eigentlichen Erfindung der Fotografie um 1840. Die Ausstellung steht damit für den Beginn der Fotografie im Rahmen der Triennale.

Alle geschichtlich Interessierte finden Bilder des Griechenland im späten 18. Jahrhundert. Für Fotografieinteressierte bietet die Ausstellung zwei Aspekt, die in der offiziellen Beschreibung, die den Schwerpunkt auf die griechische Historie legt, zu kurz kommen. Einmal die eigentliche Technik der Fotografie so kurz nach ihrer Entstehung. Alle Bilder sind Originale auf Silberpapier und man staunt mit welcher Schärfe und Zeichnung damals schon abgebildet werden konnte. Auch war die Fotografie zu jener Zeit eine beschwerliche Angelegenheit. Die Apparate waren gross, unhandlich und schwer. Dazu musste der Fotograf allerhand Chemikalien und weitere Ausrüstung mit sich führen. Besonders interessant sind die beiden ausgestellte original Apparate der damaligen Zeit. Bei liegen nicht einfach in Vitrinen, sondern sind so auf ein Fenster ausgerichtet, dass sie einen Teil des umgebenen Jenisch Parks abbilden. So kann man sich einen guten Eindruck machen, unter welchen Bedingung die Fotografen ihren Ausschnitt festlegten und die Schärfe bestimmten, mit seitenverkehrtem und auf dem kopfstehendem Sucherbild.

Der zweite Aspekt ist die Bildgestaltung. Griechenland wurde von vielen Denkern als Ideal geträumt. Jedoch war dieses Ideal weit entfernt von der Realität in Griechenland um 1850. Viele der Denker sahen jedoch keinen Grund das Land tatsächlich zu besuchen, sondern bildeten ihr Wissen aus Erzählungen, Gemälden und spärlichen Reiseberichten. Vor diesem Zwiespalt sehen sich Fotografen, die sich auf die Reise nach Griechenland machten. Die Definition ihres neuen Mediums, die Welt realistisch abzubilden, stand gegenüber dem Wunschdenken vermeintlicher Käufer der Werke. So beschränken sich die Motive meist auf Ruinen antiker Bauwerke, aus denen störende Elemente, wie moderne Bauten, per Retusche entfernt wurden. Nur vereinzelt findet man daneben Aufnahmen der Städte neben den historischen Ruinen oder Bilder von Mauern, die aus simple mit Mörtel zusammengesetzten Teilen der Ruinen bestanden.

Gerade vor dem Hintergrund dieses Zwiespalts finde ich die Betrachtung der Ausstellung besonders interessant. Daneben sind natürlich auch die Bilder aus der Geburtsstunde der Fotografie begeisternswert, besonders ihre Qualität.

Austellungsinformationen:

Jenisch Haus, Baron-Voght-Strasse 50, 22609 Hamburg
29. Januar bis 15. Mai 2005
Dienstags bis Sonntag 11 bis 18 Uhr

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Robert Capa Austellungen in Berlin und Hamburg

22. Januar 2005

Der Berliner Martin-Gropis-Bau widmet dem Fotografen Robert Capa eine Retrospektive. Capa war anerkannter, wenn nicht der bedeutendste, Kriegsfotograf, der mit seinen Bildern versuchte den Leiden und dem Schrecken der Kriege Ausdruck zu verliehen. So sehr er den Krieg hasste, so sehr hat er es sich zur Aufgabe gemacht den Schrecken wiederzugeben. Als Weggefährt des kürzlich verstorbenen Henri Cartier-Bresson hat er mit ihm und David Seymore die Bildagentur Magnum gegründet. Mit 40 Jahren wurde er 1954 während seiner Arbeit von einer Miene tödlich getroffen.

Die Ausstellung ist auf jeden Fall eine Reise wert. Alle Capa Fans und Interessierte können neben der Berliner Retrospektive die Capa Austellung “MAGNUM Faces of History” im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe besuchen. Die Ausstellung ist Teil der diesjährigen 3. Triennale der Photographie in Hamburg und findet vom 22. April bis zum 31. Juli statt. Ein spannendes und interessantes Austellungsjahr liegt vor uns.

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Turn over

05. Dezember 2003

Gerade hab ich ein Poster zu Turn over gesehen. Die Seite ist zwar ziemlich rudimentär, hört sich aber interressant an:

„36 people on one big adventure: New York City
The photographic diary of a not so everyday field trip to one of the metropolises of our time.“

Sozusagen ein Fotoblog als Austellung. Ich werde mir das am Wochenende mal ansehen und berichten.

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