Simplephotography

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Josef Hoflehners neues Online Portfolio

05. März 2006

Josef Hoflehner und seine von faszinierender grafischer Strenge und kontrastreichen Linien geprägten Arbeiten war bereits Thema eines Artikels bei Simplephotography.

Nun steht sein neues, erweitertes Portfolio im Netz. Er zeigt noch mehr seiner atmosphärischen schwarz/ weiss Aufnahmen, darunter auch seine neusten Serien Iceland Winter I und II.

Auf jeden Fall wieder einen Blick wert.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Douglas Levere Interview bei „The Morning News“

24. Oktober 2005

Douglas Levere, der mit seinem Projekt „Changing New York“ die Arbeiten von Berenice Abbott weitergeführt hat (Simplephotography berichtete), steht in einem kurzen Interview in „The Morning News“ Rede und Antwort. Zusätzlich werden einige weitere Bilder aus der Serie gezeigt. Er spricht über seine Arbeit, sein Interesse für die Architektur des New Yorks der 20er und 30er und wie sich Gebäude in ihrer Verwendung immer wieder verändern. Ein interessanter Punkt bei einem scheinbar statischen Objekt, wie einem Gebäude.

Gleichzeitig wird zum Artikel ein Teil des Vorworts aus dem Bildband veröffentlicht. Wie er der Rephotography in der heutigen Kultur, die Orignalität würdigt, zuerst negativ gegenüberstand. Einem Vorbild eine Hommage geben ist in Ordnung, aber die Rephotography sah er zunächst als eine Art von Stalking. Bis ihn Ellen Carry die Idee näher brachte die Arbeit eines fotografischen Mentors über dessen Leben hinaus in die eigene Arbeit zu bringen.

Ein Ansatz der soweit tragbar ist, wie der Aspekt des darüber hinaus Führen gewahrt bleibt und das Eigenen des zweiten Künstlers mit einfliesst. Ebenso sollte der zweite Künstler die Faszination für das Thema mit seien Vorbild, sowie Douglas Levere die von Berenice Abbott, teilen und nicht schlicht die Idee unreflektiert wieder aufgreifen, was letztendlich auf simples Kopieren und nicht auf Inspiration hinauslaufen würde.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Josef Hoflehner - Photography - Frozen History

13. Juni 2005

Man kann Josef Hoflehner, ein Fotograf aus Österreich, durchaus einen Geometer nennen. Seine Arbeiten sind streng geometrisch und ziehen ihre Faszination aus der grafischen Strenge kontrastreicher Linien. Leere, unterbrochen nur von einem einzelnen Objekt, transportieren die Atmosphäre mit ihrer Kälte und Einsamkeit der Ort, die ihm die Motive geboten haben. Als Betrachter wird man förmlich von diesem Gefühl erfasst als einziger Mensch in einer unendlichen Leere zu stehen. Den kalten Wind, der zweifelsohne zu solch einem Ort gehört, ist stetiger Begleiter beim Ansehen der Arbeiten, wenn auch nicht real so zumindest imaginär. Lange Belichtungen nehmen Wolken und Wasser die Struktur und präsentiert sie als beinahe kontrastlose Fläche als Umgebung für das Objekt.

Selbst bei seinen Arbeiten in denen das Objekt eine präsentere Rolle hat, spielt das mystische des Alters stets eine Rolle. Die Freizeitpark, einst ein Ort mit Kinderlachen, ist ein verlassener Punkt geworden.

Einen Künstler, dessen Arbeiten von solch einer Atmosphäre geprägt ist, zieht es dahin, wo diese Stimmung noch stärker wird. So auch Josef Hoflehner. Auf einer Expedition an einen Ort, der einer der Inbegriffe der Einsamkeit ist —die Antarktis—, hat er die Hütte und die Spuren der beiden Polarpioniere Scott und Shackleton fotografiert. Seit fast 100 Jahren von der Kälte konserviert, liegt dort ein altes Notizbuch oder eine einfache Zahnbürste. Obwohl die Motive einfache Gegenstände des Alltags sind wirken sie totenstill, kalt und einsam. Er wählte für dies Arbeit auch den bezeichnenden Title ”Frozen History”. Ein weiter Weg für eine einzigartige Atmosphäre…

Kommentar

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Anja Niedringhaus gewinnt als erste deutsche Fotografin den Pulitzer Prize

06. April 2005

Die 1965 in Westfalen geborene Fotografin hat zusammen mit ihren Kollegen der Associated Press Photography den diesjährigen Pulitzer Prize in der Kategorie ”Breaking News Photography” für ihre Fotoberichterstattung des Irak Kriegs gewonnen. Anja Niedringhaus ist damit die erste deutsche Fotografin oder Fotograf überhaupt, die den renommierten Preis gewinnt.

“Ahnung des Grauen” untertitelt die Kunstsammlung der Deutschen Börse ihre Arbeit. Sie selbst Begründet ihre Arbeit dort ein wenig lapidar.

“Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt”

Diese Begründung klingt fast danach als ob sie jeder Reprotagefotograf ausgesprochen hätte können. Als ob es genau das ist, warum jeder dieser Fotografen täglich für ihre Bilder das Leben riskieren. Trotz dieser Begründung steckt hinter den Arbeiten von Anja Niedringhaus mehr. Ihre Bilder lassen den abgebildeten Personen trotz alle Widrigkeiten immer ihre Würde oder wie die deutsche Börse schreibt, beantworten ihre Bilder die Fragen nach:

“Was für ein Gesicht hat der Krieg? [...] Können wir es überhaupt ertragen?”

Anja Niedringhaus Arbeiten sind Reportagefotografie auf höchstem Niveau ohne Sensationslust und ohne der Versuchung zu erliegen, die Gier manchen Menschen nach solchen würdelosen Kriegsbildern befriedigen zu wollen.

Kommentar

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Simon Marsden - Dramatische Mystik des Orts

23. Februar 2005

Schon immer begleiteten die Menschen unzählige Geschichten über Geister und paranormale Phänomene. Während Wissenschafter versuchen diesen Vorkommnissen mit rationellen Erklärungen zu begründen, verarbeitet Simon Marsden die Geschichten mit der Kamera. Dabei geht es ihm nicht um solche, die den Phantasien von Autoren entsprungen sind, sondern um die scheinbar einen realen Hintergrund haben und sich um einen bestimmten Ort drehen. Auch versucht er mit seiner Arbeit nicht zu beweisen, ob es nun Geister wirklich gibt oder nicht. Er sieht in diesen Gesichten vielmehr eine Inspiration für seine Fotografien. Begonnen hat er mit der Fotografie im Alter von zwölf Jahren mit einer vom Vater geschenkten Leica. Wie er selbst erzählt, war die erste Rolle Film gefüllt mit Aufnahmen eines Geists, den er aus Karton ausgeschnitten und im Garten platziert hatte.

Die ungewöhnlichen schwarz/weiss Aufnahmen von Simon Marsden sind im Marsden Archiv zu sehen. Gekennzeichnet durch aussergewöhnliches Licht, unglaubliche Dramatik und oft beabsichtigt grobes Korn, tragen die Bilder von Ruinen, Wegen, Wäldern und einsamen Häusern eben diese gespenstische Mystik eines Ortes zum Betrachter. Die Phantasie tut ihr übriges dazu. Die neugierige Faszination für dieses Thema lässt einem kaum die Möglichkeit des Losreissens von den Bildern.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

James Whitlow Delano - Szenen aus den Augenwinkeln

20. Februar 2005

Eines der wichtigsten Credos bei der Arbeit ist James Whitlow Delano die Authentizität. Keines seiner Bilder ist zensiert oder bearbeitet, weil er, wie er sagt, für jede Arbeit einen Standpunkt und einen Grund hat. Wenn er in das Leben eines Landes eintaucht, streift er durch die Hinterhöfe der Städte und Dörfer. So unauffällig wie möglich, um eine Situation durch seine Anwesenheit nicht zu verändern und in ihrer Natürlichkeit fest zu halten. Schnelligkeit und Geräuschlosigkeit sind für ihn die wichtigsten Punkte bei der Arbeit, um diese Szenen, wie er schreibt

Out of the corner of my eyes

aufnehmen zu können. Gewisse Parallelen zu Henry Cartier-Bresson lassen sich erkennen, zumal auch James Whitlow Delano mit der Leica und nur einem einzigen Objektiv arbeitet. Die Arbeiten unterstützen wieder einmal das Argument, dass nicht die Kamera das Bild macht, sondern der Fotograf. Die Kamera von James Whitlow Delano ist sogar, ebenso wie sein 35mm Objektiv, 40 Jahre alt und immer noch im Einsatz. Was diese Kamera wohl für Geschichten erzählen könnten? Gerade aber diese alte Kamera hilft den Bilder etwas besonderes zu verleihen. Keine gestochen scharfe aber kalte technische Perfektion, sondern das leicht verschwommene, schemenhafte eines schnellen Beobachters prägen die Bilder. Im Gegensatz zu HCB als absolutem Geometer legt James Whitlow Delano weniger wert auf eine geometrische Bildgestaltung, sondern zeigt in seinen Bildern den Standpunkt und den schnellen, authentisch unkontrollierten Blick des vorbeigehenden Aussenstehenden.

Geboren in New York wohnt der Fotograf nun in Tokyo und hat es sich zu Aufgabe gemacht, der westlichen Welt Asien zu zeigen, wie es ausserhalb der klischeehaften Bilder von Tempeln und Zügen, wirklich ist. Was eigentlich eine Lebensaufgabe ist, weiss er dabei nicht, ob er diesem auch für den Rest seines Lebens gerecht wird.

Die Arbeiten des mehrfach ausgezeichneten Fotografen lohnt auf jeden Fall mehr als einen schnellen Blick. Schnell ist man fasziniert in die Gesichten der Bilder vertieft.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Michael Kenna - Schwarz/Weiss zwischen Kontrast und Diffusion

28. Januar 2005

Der englische Fotograf Michael Kenna zelebriert die Schwarz/ Weiss Fotografie in Vollendung. Seine Arbeit bewegt sich im interessanten Gegensatz zwischen Kontrasten und romantisch, diffusen Motiven und Elementen. Oft zeigen seine Arbeiten die Leere in höchsten Form, jedoch ohne dabei zu einer Zeit langweilig zu werden. Harte Zeichnung und feine Grauabstufungen prägen die Bilder.

In seinen romantisch geprägten Serien nimmt er selbst sonst pragmatisch, technisch kühlen Industrieanlagen eben diese Identität und taucht sie umhüllt vom von Rauch und Dampf in eine neue Wirkung.

Beide Strömungen seiner Arbeit finden ihre Synthese in der Serie mit Winterbildern der Hakkaido Serie. Weiche, leere fast weisse Flächen werden unterbrochen von harten Kontrasten kahler Bäume. Aber auch in weiteren Bildern findet man diese Synthese, die seine künstlerische Arbeit prägt. Mal verliert sich eine schwarze Strasse mit kontrastreichen Markierungen im diffusen Nebel am Horizont mal stehen Holzpfähle in der sonst stillen Fläche eines Sees.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Brigitte Carnochan Photography

30. Dezember 2004

Brigitte Carnochan zieht ihre Fotografien auf Silber Gelatine ab, weit entfernt von aller digitalen Technik entstehen so Bilder mit dem charakteristischen verträumten Touch. Bei der Arbeit verfolgt sie einen eher intuitiven Ansatz, ohne festes Konzept werden Dinge umher geschoben, das Licht oder der Blickwinkel verändert, um sich so dem Motiv zu nähern. Genau dieses Vorgehen begründet ihrer Meinung nach, entgegen einiger Meinungen, den Kunstanspruch der Fotografie. Der Fotograf kann aus einem weiten Feld genau seine Einstellung, seine Sicht wählen. Dabei entsteht durch den Fotografen eine subjektive Interpretation, genauso, wie beim Betrachter.

Den gleichen Stellenwert hat in ihrer Arbeit die Farbe. Die meisten Menschen sehen die Welt in Farbe, aber rein optisch ist die Wirkung einer Farbe von vielen äußeren Faktoren wie Umgebungslicht oder Blickwinkel abhängig. Um diesen, ebenfalls subjektiven und individuellen Eindruck in ihre Arbeit zu übertragen, koloriert sie einige ihrer Werke mit der Hand. Gemäß ihrem Credo des individuellen Ansatzes ist es ihr dabei nicht wichtig, ob die Farben des Bildes den tatsächlichen Entsprechen.

Mit ihren Arbeiten bewegt sich Brigitte Carnochan weg von der Fotografie, die, wie oft gesagt, die reine Realität abbildet. Auch, wenn das zumindest technische betrachtet so ist, verschiebt sich der Ansatz vom vermeindlich pragmatisch, realistischen Bild einer Fotografie zu einem individuellen, sowohl auf der Seite des Künstlers, als auch auf der Seite des Betrachters. Insgesamt eine interessante Bewegung, die es sich anzusehen lohnt.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

Capture the Moment - The Pulitzer Prize Photographs

08. Dezember 2004

Das Newseum zeigt Fotografien der Pulitzer Prize Fotografen. Alle diese Bilder sind um die Welt gegangen und viele sind jedem bekannt. Aber die Fotografen, die hinter diesen Bildern stehen und denen es gelungen ist, diesen entscheidenden, oft geschichtsträchtigen, Moment ausdrucksstark festzuhalten sind weit weniger Menschen bekannt. Newseum bringt die Bilder und die Fotografen in Capture the Moment, einer multimedialen Galerie, zusammen. Zu den meisten Bilder erzählen die Fotografen in einem Audiokommentar über ihre Erinnerungen zur Entstehung der Bilder und welche Gedanken ihnen dabei durch den Kopf gingen. Die Erzählungen sind nicht immer nur ernsthaft sondern auch Anekdoten, wie aus einem geglaubten Fehlschuss doch ein einzigartiges Foto entstanden ist.

Kommentare

Fotografen, Künstler und andere Persönlichkeiten

“Wie gelingen solche Fotos, Mrs. Jarman?”

05. Dezember 2004

Aus der Diplomarbeit der amerikanischen Fotografin Janet Jarman ist ein 8 jähriges Projekt geworden. Für ihre Diplomarbeit hat sie 1996 Umweltgeschichte an der amerikanisch/mexikanischen Grenz fotografiert und dabei auf einer mexikanischen Mülldeponie die Familie Ortiz kennengelernt. Vier Monate später kann sie die Familie in Florida wieder ausfindig machen und begleitet von da an 8 Jahre lange das Leben der Einwanderefamilie mit der Kamera. Die entstanden Bilder sind im Geo Magazin Ausgabe 12/04 zu stehen. Bei Geo Online spricht Janet Jarman über die Erlebnisse und ihre Arbeit an diesem Projekt.

Kommentare

Nächste Seite